Dienstag, 17. Januar 2017

Arla kündigt die Verträge der Bergbauern

Nachdem bei den Milchpreisverhandlungen keine Einigung erzielt werden konnte kündigte der Molkereikonzern Arla Foods die Lieferverträge mit „seinen" Bergbauern. „Es war weniger die Höhe des Auszahlungspreises, sondern ein neues System, das unsere Liefergenossenschaft schlechter stellen würde", erklärt der Vorstandsvorsitzende der Allgäuer Bergbauernmilch, Hubert Rupp. „Das können wir so nicht akzeptieren."

Mittwoch, 11. Januar 2017

Ein Viertel aller Milchbauern kämpft um seine Existenz

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter geht davon aus, dass ein Viertel der Milchbauern um seine Existenz kämpft. Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Dezember zeigen, wie schlecht es um die Milchbauern steht: 4000 Betriebe mit Milchkühen mussten zwischen November 2015 und November 2016 aufhören. 

Wenn Milch billiger verkauft wird als Wasser

EU-Agrarkommissar Phil Hogan zeigte am Montag bei einem Expertenhearing Bereitschaft, gegen die von mehreren Mitgliedstaaten dokumentierten „unlauteren Handelspraktiken" vorzugehen. „Wenn Milch billiger als Wasser verkauft wird, dann ist das ein Skandal", so ÖVP-Europaabgeordnete Elisabeth Köstinger. Die Preise für bäuerliche Erzeugnisse seien gesunken, während die Margen für Handelskonzerne größer geworden seien. Die Bauern könnten diesem Unterbietungswettbewerb nicht mehr standhalten. 



Köstinger fordert europaweite Maßnahmen gegen Erpressung der Landwirte durch Handelsketten

"Die Zeit der Lippenbekenntnisse und der freiwilligen Selbstverpflichtung ist vorbei. Ich fordere eine EU-Rahmengesetzgebung, die systematisch gegen Produzentenerpressung und Unterbietungswettbewerb vorgeht", so Köstinger anlässlich der heutigen öffentlichen Anhörung zu den Ergebnissen der "Agrarmarkt Task Force" mit Agrarkommissar Phil Hogan und dem Vorsitzenden der Task Force, Cees Veerman. 

Video: Milch - Ein Glaubenskrieg

Wie gesund ist Milch? Ist sie noch ein Naturprodukt? Oder kann sie sogar krank machen? Die Kritiker werden lauter, Milch und Milchprodukte gehören heute zu den umstrittensten Lebensmitteln überhaupt. Die Folge: Die Verbraucher sind zunehmend verunsichert. Der Film macht sich auf die Suche nach Antworten und trifft Wissenschaftler, Mediziner, Milchbauern und Branchenvertreter in Deutschland, Frankreich und Europa. Wer hat recht? Ist Milch gesund? Oder macht Milch krank?

Mittwoch, 4. Januar 2017

Keine Angst mehr um die nackte Existenz

Lübben: Inzwischen hat sich die Situation am Milchmarkt entspannt. Mit dem November-Preis haben wir zumindest die Chance bekommen, wieder wirtschaftlich zu arbeiten. Wir brauchen im Schnitt 35 Cent pro Liter, um keine Verluste zu machen. Die Molkereien zahlen im Schnitt 32 Cent aus. Aber wir haben mit diesem Erzeugerpreis eine wirtschaftlich stabile Situation erreicht. Vor allem die Stimmung ist besser geworden. Jetzt gibt es die Hoffnung, dass sich der Milchpreis stabil hält. 

Schmal: „Die Milchpreise müssen weiter steigen“

Ich denke aber schon, dass wir deutlich über 35 Cent je Liter liegen müssen, damit sich die Betriebe in der Breite fit für die Zukunft machen können. Ich will die „40" aber nicht in den Mund nehmen. Wir wollen ja nicht alles schlechtreden und nicht nur jammern. Wir müssen auch sagen: Der Trend stimmt im Moment. Ich bin immer Optimist, bei mir ist das Glas immer halb voll und nie halb leer. Ich sehe ein Jahr vor uns, das besser wird als 2016.

Dienstag, 3. Januar 2017

Die Preise sind überhaupt nicht befriedigend

Was kaum jemand glaubte, wurde wahr: Seit Oktober bekommen die Bauern in der EU Geld, wenn sie weniger Milch produzieren. Das Konzept dazu stammt von den kämpferischen Bauern des European Milk Board, EMB. Die Molkereien müssen Brüssel zwar melden wie viel Milch sie erfasst haben, aber nicht, wie viel sie an Lager haben. Der EDA, der europäische Milchindustrieverband, hat die Inputs und Outputs verglichen und vor einem halben Jahr die Differenz auf rund 200'000 Tonnen geschätzt. Selbst wenn es am Ende nur 100'000 Tonnen wären ist klar, auf welch dünnem Eis die ganze Markterholung steht. 

Sonntag, 1. Januar 2017

Jeder vierte EU-Landwirt gab zwischen 2005 und 2013 auf

In der Europäischen Union ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in weniger als einem Jahrzehnt um mehr als ein Viertel gesunken. Das geht aus dem aktuellen Statistischen Buch über die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hervor. Die höchsten Aufgaberaten bei den landwirtschaftlichen Betrieben verzeichneten die Slowakei mit einem jährlichen Minus von 12,5 % im Mittel, gefolgt von Bulgarien mit 8,9 % sowie Polen mit 6,6 %. Auf Frankreich entfiel 2013 ein Anteil von 15,9 % an der insgesamt in der EU landwirtschaftlich genutzten Fläche, gefolgt von Spanien mit 13,3 %, Großbritannien mit 9,9 % und Deutschland mit 9,6 %.

Freitag, 30. Dezember 2016

Milchkosten weltweit: Deutsche Milchbauern liegen im Durchschnitt

Deutsche Milchbauern produzieren Milch in etwa auf gleichem Kostenniveau wie die USA. Während deutsche Bauern in den vergangenen Jahren ihre Kosten senken konnten, sind diese jedoch in den USA leicht gestiegen. Der Trend wurde durch die Abwertung des Euro noch verstärkt, wie die aktuelle Jahresauswertung der IFCN, des internationalen Milch-Forschungsnetzwerks zeigt.

Zahl der Milchbauern sinkt

Die Tiere geben immer mehr Milch. Im Milchkontrollverein Vechta, dem mittlerweile einzigen im Kreis, gibt es noch 76 Betriebe. Die Zahl der Kühe ist dagegen – auf jetzt 4555 – gestiegen. In Niedersachsen stehen mehr Kühe als in allen neuen Bundesländern. Die 776 000 Kühe (2015: 762 000) gaben im Schnitt 9022 Kilogramm Milch (plus 112 Kilogramm). 8200 Betriebe bedeuten einen Rückgang um fünf Prozent, der Schnitt liegt bei 95 Kühen.

Video: Milchpreis - Ein Hoffnungsschimmer für Landwirte

Schleswig-Holstein Magazin - 28.12.2016 19:30 Uhr
Die Milchbauern blicken auf ein düsteres Jahr zurück. Nach dem Wegfall der Milchquote bekamen sie nur noch 20 Cent für den Liter. Nun gibt es einen Hoffnungsschimmer.

SH: 400 Betriebe geben auf

Die Landwirtschaftskammer geht davon aus, dass die Milchkrise in diesem Jahr in Schleswig-Holstein mindestens 400 Milchviehhalter zum Aufgeben gezwungen hat. „Alles deutet im Vergleich zum Vorjahr auf eine Verdopplung des Strukturwandels hin, in einer Größenordnung von sieben Prozent", sagte Kammer-Sprecherin Daniela Rixen. Auf 3600 sei die Zahl der Betriebe gesunken, die Mitglied beim Landwirtschaftlichen Kontrollverein (LKV) sind. 

Irland: Milch-Expansion hält an

Die irische Milcherzeugung wird nach Einschätzung von TEAGASC (zentrale irische Entwicklungsagentur für Ernährung und Landwirtschaft) im kommenden Jahr um 7% steigen. Dies folgt einem Plus von 5% im fast abgelaufenen Jahr. Der Milchpreis wird lt. Schätzung in 2017 auf durchschnittlich 32,2 Cent/l kommen.

Schwälbchen meldet Umsatzminus

Laut dpa-Meldung wird der Gesamtumsatz der Schwälbchen Molkerei im Geschäftsjahr 2016 um 3,5% zurückgehen. Die verarbeitete Milchmenge sank um 1,4% auf 134 Mio. kg. Der Umsatz mit Mopro reduzierte sich um 8% auf 84 Mio. €, während der Frischdienst bei konstanten 92 Mio. € blieb. 

Mittwoch, 28. Dezember 2016

BY: Geht der Landesvereinigung Milch das Geld aus?

Spannend wird dabei die Frage, ob Molkereien oder Milchbauern darüber bestimmen dürfen, wofür die Mittel ausgegeben werden. Ab 2018 ist geplant, dass ein privatwirtschaftlicher Verein, der voraussichtlich von Molkereien getragen wird, in die Finanzierung einsteigt. Vorausgegangen war im November ein Antrag zur Reduzierung des Umlagesatzes auf 0,00 ct/kg. Seither verhandelten Erzeuger- und Molkereiseite über die Zukunft der Finanzierung der Umlage-Organisationen, wie Süddeutsche Butter- und Käsebörse, die milchwirtschaftlichen Schulen in Kempten und Triesdorf sowie die LVBM. 

Dienstag, 27. Dezember 2016

NRW: Milchkrise sorgt für beschleunigtes Höfesterben

Die Krise am Milchmarkt hat das Höfesterben in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr deutlich beschleunigt. Wie die Information und Technik (IT.NRW) als amtliche Statistikstelle des Landes heute mitteilte, verringerte sich die Zahl der Milchviehbetriebe in dem Bundesland während der zwölf Monate bis Anfang November 2016 um 633 oder 9,3 % auf 6 179.

Montag, 26. Dezember 2016

Dutzende Milchbauern geben in Thüringen auf

"2016 war das schwierigste und verluststärkste Jahr seit Anfang der 90er Jahre", resümierte der Geschäftsführer der Landesvereinigung Thüringer Milch, Walter Pfeifer. Zeitweise hatten die Bauern nur weniger als 20 Cent je Kilogramm Milch ausgezahlt bekommen. "Eine Reihe von Betrieben hat deswegen ihre Kühe verkauft und die Türen der Ställe zugemacht." 2015 seien es 17 gewesen, allein bis Ende Oktober dieses Jahres 35. "Das heißt, in knapp zwei Jahren haben 14,5 Prozent der Betriebe die Milchproduktion aufgegeben." Aktuell gibt es um die 300 Milchviehhalter.

Sonntag, 25. Dezember 2016

Solidarität aller Bauern gefordert

Rund 150 Milchbauern des BDM-Kreisverbands Offenburg-Rastatt haben sich zur Regionalversammlung in Biberach getroffen. Auf der Agenda standen die Milchkrise und Ansätze, diese zu überwinden. "Endlich hat sich in der Politik die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Milchmenge den Preis beeinflusst", so BDM-Kreisteamleiter Stefan Lehmann. "Seit zehn Jahren führen wir mit viel Engagement unsere Protestaktionen durch. Jetzt ist endlich ein Wechsel in der Ausrichtung der EU-Agrarpolitik erkennbar. Nur schade, dass es so lange ging und dadurch viele Bauern aufgegeben haben", spielte er auf die laut BDM immer noch prekäre Lage vieler Milcherzeuger an.

Fude+Serrahn: Friedliche Einigung im Tarifstreit

Kurz nach Ablauf des Ultimatums hat die Geschäftsführung von Fude+Serrahn im Tarifstreit doch noch eingelenkt. Damit ist der für kommende Woche geplante mehrtägige Arbeitskampf in letzter Minute abgewendet worden. Laut Gewerkschaft NGG sollen die ausgehandelten Zuschläge für Nacht- und Mehrarbeit erst in vier statt in drei Jahren an das ostdeutsche Tarifniveau angepasst werden. 

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Erstmals unter 70.000 Milchviehbetriebe

„Es ist nicht akzeptabel, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen globaler Krisen auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen werden", sagte Milchbauernpräsident Karsten Schmal. Die deutschen Betriebe hätten letztlich unter dem russischen Importembargo auf europäische Lebensmittel sowie einer erheblich niedrigeren Nachfrage nach Milchprodukten aus Nordafrika oder dem Nahen Osten zu leiden. 2006 hatten die Statistiker laut der Zeitung noch mehr als 105.000 Betriebe mit Milchkühen gezählt. 

Montag, 19. Dezember 2016

Landwirtschaft und Milchpreis: Der Rebell fordert ein Krisenprogramm

Er gilt als Revoluzzer der Landwirtschaft und gibt dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) seit der Gründung 1998 ein Gesicht: Romuald Schaber. Seit Jahren kämpft der Bayer an der Spitze des Milchbauernverbandes für faire Preise, nun hofft er nach der jüngsten Milchmarktkrise zumindest einen Teilerfolg erzielt zu haben. 

Freitag, 16. Dezember 2016

84 Bauern in Sachsen-Anhalt haben aufgegeben

Der Milchpreisverfall hat die Betriebe in Sachsen-Anhalt hart getroffen – und die Krise ist aus Sicht der Erzeuger noch nicht vorbei. Allein in diesem Jahr gaben im Land 18 Prozent aller Milchbauern im Land auf, sagte Agrarministerin Claudia Dalbert (Grüne) am Mittwoch in Magdeburg. 84 Betriebe stellten die Milchproduktion demnach ein. Rund 360 Milchbauern gibt es noch. 

Montag, 21. November 2016

Das Gegeneinander bringt uns nicht weiter

Peißenberg - Bei  der „Milch Board"-Diskussion in Peißenberg wurde klar: Es ist keine Lösung für das Milchpreisproblem in Sicht. Wolfgang Scholz hatte auch keine umfassende Lösung parat. „Wir sind auf dem Weltmarkt", so der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, der eine „grundlegend andere Marktordnung" vorschlägt. Chancen für die Bauern sieht Scholz aber im Export. Es müssten neue Märkte erschlossen werden. Nicht alle fanden die Idee gut, Milchprodukte nach Afrika zu exportieren. Durch Billigexporte würde man dort die Bauern kaputtmachen, die dann nach Europa fliehen würden. Die anschließende Diskussion mit dem Publikum zeigte, dass fast alle Beteiligen die Milchmenge für das entscheidende Problem halten. 

Dienstag, 15. November 2016

Video: 10 Jahre EMB

Vergangene Woche feierte das European Milkboard EMB das 10 jährige Jubiläum. Vor 10 Jahren gründeten weitsichtige Milchbauern aus 9 europäischen Ländern das EMB.


Freitag, 4. November 2016

Keine Milchkrise mit BDM?

Wenn es nach dem BDM gegangen wäre, dann hätte es keine Milchkrisen gegeben. Das behauptet der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter Romuald Schaber im LANDWIRT-Interview. 
Wenn es nach BDM gegangen wäre, dann hätte es keine Milchkrisen gegeben, weil wir einen anderen Weg eingeschlagen hätten. Die Krisen waren vorhersehbar und sind Ergebnis politischer Entscheidungen, nämlich den Milchmarkt zu liberalisieren.

Video - Milch wird wieder teurer

Gute Nachrichten für Milchbauern in Hessen: In dieser Woche steigen die Milchpreise im Supermarkt wieder an. Ein Liter Milch wird 10 bis 15 Cent teurer. Ein Anfang im Kampf gegen den Milchpreisverfall.

Freitag, 21. Oktober 2016

US-Milcherzeuger vernichteten in 2016 rund 173 Mio. Liter Milch

Nach Angaben des Onlineportals Moproweb hat das Wall Street Journal berichtet, dass Milcherzeuger in den USA in großem Umfang überschüssige Milch vernichtet haben. In den ersten acht Monaten von 2016 sollen bereits rund 43 Mio. Gallonen Milch (ca. 173 Mio. Liter) auf Feldern versprüht, in Güllegruben oder die Kanalisation geleitet worden sein. Mit diesem Verhalten haben die amerikanischen Milcherzeuger auf den Preisverfall und den Aufbau hoher Lagerbestände für Käse reagiert.

Dienstag, 18. Oktober 2016

MEG Milch Board: Krise in der Endlosschleife gefangen

Einige Wochen vor dem Auslaufen der Milchquote veröffentlichte die MEG Milch Board ihre RoadMap Milch & Markt. Den Verantwortlichen war klar, dass der Milchmarkt ohne bedarfsgerechtes Mengenmanagement nicht funktionieren kann. Anstelle der Milchquote plädierte die MEG Milch Board für eine flächendeckende Pflicht zur Einführung schuldrechtlicher Verträge zwischen Milcherzeugern und Molkereien, in denen Mengen und Preise festgeschrieben werden. Profitiert hätten beiden Seiten durch ein hohes Maß an Planungssicherheit. Es kam anders. Während die Quote fiel, blieb das System der Andienungspflicht und Abnahmegarantie bestehen.

Nach dem Quotenende weiteten die deutschen Milcherzeuger ihre Produktionsmenge bereits im ersten Jahr um 4,5 Prozent aus, weitere Steigerungen folgten bis Mai 2016. Diese massive Mengenausdehnung führte zu einem totalen Einbruch der Milchpreise. Zum Quotenende im April 2015 lag der Milchpreis bereits 23 Prozent unter dem Vorjahresniveau von 2014 (39,56 Cent/kg). Seitdem gingen die Preise nochmals um 23 Prozent zurück und erreichten im Juli 2016 ein Niveau von 24,4 Cent. Die Folgen für die Milcherzeuger sind katastrophal, wie die aktuellen Veröffentlichungen der MEG Milch Board belegen. Die Preis-Kosten-Ratio, welche das Verhältnis zwischen den Milcherzeugungskosten und den realen Milchauszahlungspreisen aufzeigt, ergab eine Unterdeckung von 46 Prozent und markierte damit ein neues Allzeittief. Die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung ist damit auf ein dramatisches Niveau ohne Arbeitseinkommen gesunken, wo zudem auch keine Abschreibungen mehr bedient werden können.

Diese Entwicklung blieb nicht ohne Folgen. Da die Milcherzeugung unter den beschriebenen Bedingungen ruinös ist, reduzierten viele Betriebe die Produktion oder gaben die Milchviehhaltung ganz auf. Seit Mai 2016 sinkt die Anlieferungsmenge und rutschte im Juni  erstmals unter die Vorjahreslinie. Für Peter Guhl, Vorstandsvorsitzender der MEG Milch Board, beginnt nun eine neue Dimension des Marktversagens. Weil die Molkereien, allen voran das DMK, längerfristig mit hohen Milchmengen zu Schleuderpreisen kalkuliert haben, diese aber nicht mehr „angedient" bekommen, kommt es nun schlagartig zu Engpässen in der Versorgung mit Butter und Käse. Die Spotmilchpreise in den wichtigsten Erzeugungsländern verdoppeln sich innerhalb von nur drei Monaten. Molkereien, die  langfristige Verträge mit dem Handel abgeschlossen haben, kommen nun zunehmend in Not. Leidtragend sind dann - trotz steigender Nachfrage - wieder die Milcherzeuger.

Der massive Einbruch der Milchpreise nach dem Quotenende und die missliche Versorgungslage aktuell stehen für Guhl in engem Zusammenhang. Ohne ein regulierendes Mengenelement führen starre Andienungs- und Abnahmegarantien zwangsläufig ins Marktchaos. Wären diese zum Quotenende durch schuldrechtliche Verträge mit eindeutigen Mengen- und Preisvereinbarungen ersetzt worden, hätten beide Verhandlungsseiten Planungssicherheit erhalten und die drastischen Ausschläge nach oben und unten wären ausgeblieben. „Erzeuger, Molkereien, Handel und Politik müssen aus dieser Krise lernen", so Guhl. Er ist sich sicher: Eine Neuregelung der Lieferbeziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien ist unumgänglich. Allen Beteiligten, die das auch ernsthaft wollen, streckt die MEG Milch Board auch weiterhin die Hand entgegen. Solange dies nicht gelingt, bleibe die Krise in der Endlosschleife gefangen!

Samstag, 15. Oktober 2016

Höhere Milchpreise nur für ausgewählte Bergbauern

Konrad Estermann bekommt stolze sechs Cent Bergbauernzuschlag pro Liter Milch, das macht etwa 37 Cent Auszahlungspreis - je nach Fett und Eiweißgehalt.  Auch Bauer Johann Glockner liefert an die Molkerei Bergader, bekommt aber keinen Preiszuschlag. "Den Zuschlag bekommen all die Landwirte, die vom Amt für Landwirtschaft als Bergbauern geführt werden. Das sind Landwirte, die in der Gebietskulisse Milch produzieren, die vor 40 Jahren letztlich ausgewiesen worden ist." Als Bergbauern-Gebietskulisse gelten Gemeinden oder Gemeindeteile mit einer Höhenlage über 800 Metern. 

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Höchste Butterpreise seit 2014

Den vierten Monat in Folge sind die Preise für die wichtigsten Milchprodukte im europäischen Großhandel gestiegen. Am stärksten gestiegen sind von Juni bis September im europäischen Großhandel die Butterpreise (+ 46 %). Auch die Käsepreise (+ 34 %) haben einen sehr kräftigen Sprung nach oben gemacht. Nicht ganz so kräftig war die Preiserholung bei Vollmilchpulver  (+ 29 %) und am geringsten waren die Preisaufschläge bei Magermilchpulver (+17 %).